Der Fußboden – ein ganz besonderes Accessoire! - Teil 1

Accessoires und Fußboden? - Im Ernst?

Fragen wir auf gut Glück 100 Deutsche, was Sie unter einem Accessoire verstehen, so werden wohl 90% ungefähr gleich antworten. „Ein kleines, feines Ding, welches in Sachen Design, Kleidung und/oder Wohnung das besondere Etwas erzeugt.“

Warum sollte ein Accessoire eigentlich immer klein sein? Warum immer nur auf Schrank, Sideboard oder Wohnzimmertisch ein tristes und langweiliges Dasein fristen, könnten sich unsere Lieblinge fragen.

Bleiben wir streng bei der Definiton und dem, was uns die schlaue Suchmaschine von nebenan auf der ersten Position auswirft, so ist die Sache mit Accessoires und Konsorten eigentlich ganz einfach!

Ac·ces·soire /aksɛˈso̯aːɐ̯/
modisches Zubehör zur Kleidung, zur Wohnung, zum Auto u. Ä.

Ein Accessoire schafft im jeweiligen Bereich einen ästhetischen Mehrwert, es macht sprichwörtlich mehr, aus dem „Rest“. Aus dieser Perspektive betrachtet macht es definitiv Sinn, den Fußboden oder besser den Bodenbelag als prägendes und langfristiges Design-Statement für die spätere Wohnung bzw. das Traumhaus zu sehen.

Geht es an Renovierung, Kauf oder Neubau sollte man sich ernsthafte Gedanken darüber machen, welche designigen Alternativen zu den klassischen Bodenbelägen möglich sind und inwieweit die Entscheidung in Sachen Fußboden und Bodenbelag zum eigenem Geschmack und zum gewünschten Ambiente des Zuhauses passt.

Der Fußboden ist eben doch ein Accessoire!
 
 

Unterschiedliche Materialien für unser Zuhause – Bodenbeläge im Überblick

 

Holz – das lebendige Material als Bodenbelag

Lebendig, klar, luftig – Holzböden sind derzeit wohl die beliebtesten Bodenbeläge unserer Republik. Das lebendige Material überzeugt durch seine lange Lebensdauer und die unterschiedlichen Oberflächenhärten und Qualitäten.
Grundsätzlich sind fast alle Nadel- und Laubholzarten als Bodenbelag verwendbar. In Sachen geplante Nutzung eigenen sich gewisse Hölzer je nach Anwendung besser.

Das entscheidende Kriterium für einen Holzboden ist die Härte des jeweiligen Holzes. Mit wenigen Ausnahmen aus den Weichholzarten (z.B. Pappel) lassen sich fast alle Holzarten zu Bodenbelägen „schneiden“.

Als klassischer Dielenboden wird häufig bis meistens Nadelholz (Kiefer/Fichte) verwendet. Für Parkett hingegen kommen eher reine Harthölzer zum Einsatz.  Der lebendige Look bei Parkettfußböden entsteht durch verschiedene Hölzer, die beim klassischen Parkett verwendet werden.

In Sachen Ökologie und Umweltschutz gab es im Laufe des letzten Jahrzehnts ein Umdenken im Segment der Forstwirtschaft. Nachhaltiger Anbau, die Verwendung heimischer Holzarten und geringere Transportwege machen Holzböden zu einer umweltfreundlichen und nachhaltigen Wahl in Punkto Fußbodenbelag für die Zukunft!

In Sachen Haltbarkeit ist das Material ausschlaggebend für die „Alterung“ des Holzbodens. Holzböden aus Kiefer reagieren schneller auf äußere Einflüsse. Diese Hölzer empfehlen sich vor allem für Wohnräume und das Schlafzimmer. Für Gang, Flur und den Eingangsbereich sollen es besonders Harte Holzarten sein – diese ertragen auch den „Einsatz von Straßenschuhen“.

Hier einige heimische Holzarten, ihre Haltbarkeit und der jeweilige Farbton der Holzoberfläche:



 
Holzart
 
Oberfläche und Farbe Härte und Eigenschaften
Ahorn Hell, offen und eine sehr feine Maserung Robust, hart, kräftig – relativ resistent gegen mechanische Abnutzung
Buche Meist ebenmäßig gewachsen und mittel-hell Stark, elastisch und widerstandsfähig
Eiche Mittelbraun und Tendenz zum Nachdunkeln Sehr hart, elastisch jedoch anspruchsvoll in der Verarbeitung
Esche Hell, grobe Fasern und gleichmäßige Maserung Mittelhart und Flexibel, Allround-Holz
Kiefer Gelb-Weiß-Ton, sehr hell, neigt zu Ast-Einschlüssen. Gutes Allround-Holz, leicht zu verarbeiten und relativ günstig
Lärche Hell, starker Wuchs, dunkelt silbrig-grau nach ein klassisches Outdoor-Holz! Elastisch und zäh




 
Laminat besteht aus drei unterschiedlichen Schichten. Die Sichtseite besteht aus Papier, Melamin oder einem anderen Kunstharz und wird mit dem gewünschten Dekor bedruckt.
Die Deckschicht oder Trägerplatte besteht auf Holzwerkstoff. Die Gegenzugschicht stabilisiert den Laminatboden und vereinfacht die Handhabung und stärkt die Haltbarkeit der Bodenplatten.

Bei Laminatböden gilt freie Auswahl! Durch das Overlay-Design lassen sich unterschiedlichste Oberflächen-Styles herstellen. Klassische Holzlooks sind ebenso möglich, wie individuelles Design – der Look von Vintage-Weinkisten auf dem Boden? Kein Problem, mit Laminat ist der Fußboden in wenigen Stunden in den Wunschoptik gebracht.

Das Material zeichnet sich durch eine praktikable Oberflächenhärte aus und ist auch mit Straßenschuhen zu begehen. Extrem schwere und spitze Gegenstände stellen den Kunststoff/Holzboden jedoch auch vor stellenweise unlösbare Aufgaben.

Die Verlegung von Laminatböden ist keine Raketenwissenschaft! Mit ein wenig handwerklichem Geschick und dem nötigen Leihwerkzeug aus dem Baumarkt lässt sich das Projekt Boden-Renovierung gut und gerne an einem Wochenende bewerkstelligen. Hierbei kann zwischen zwei verschiedenen Verlegearten gewählt werden. Laminatböden können sowohl schwimmend als auch verklebt verlegt werden. Je nach Beschaffenheit des Raumes und Nutzungsprofil empfiehlt sich eine der beiden Verlegearten.

In Mietwohnugen oder Mehrfamilien-Häusern haben sich hochwertige Laminatböden bewährt. Diese zeichnen sich durch einen verbesserten Trittschutz aus und schaffen so im Zusammenspiel mit weiteren Trittschutzplatten eine sehr leises und unaufdringliches „Wohnklima-von-Oben“.

Hochwertige Laminatböden zeichnen sich durch folgende Eigenschaften aus:
 
  • Robust gegenüber mechanischer Beanspruchung und Kratzern
  • Lichtecht und farbecht auch bei langfristiger Sonneneinstrahlung
  • Druckfestigkeit und Stoßhärte
  • Leicht abwaschbar und Spritzwasser pflegbar
  • Beständig gegen Zigarettenglut

Teppich ist zurück – textile Bodenbeläge

Der Teppichboden ist ein Klassiker in Wohnungen und Häusern. Der textile Alleskönner verbindet unterschiedliche Vorteile eines „lebenswerten“ Bodens und das zu einem Preis-Leistungs-Verhältnis, von dem andere Bodenbeläge nur träumen können.

Was ein Teppich ist und welche Eigenschaften bei diesem Bodenbelag von Nöten sind, wird in der DIN 2424:1992 geregelt. Grundsätzlich lässt sich zwischen Auslegeware, Brücke, Läufer, Vorleger oder Teppichfliese unterschieden.

Im Bereich Teppich als Fußbodenbelag haben wir rund um Farbe, Material, Look, Gestaltung und Flor (Faserlänge) fast freie Auswahl.

 
 
In Sachen Material wird zwischen drei verschiedenen Fasern unterschieden:
 
  • Tierhaare: Schaf und Ziegenhaare werden häufig als Teppichfasern verwendet. Auch das Hochwertprodukt Seide fällt unter die tierischen Produkte. Vor allem Allergiker sollten vor der Anschaffung eines „tierischen“ Teppichs auf etwaige Unverträglichkeiten achten! Teppiche aus Tierhaaren helfen bei einem gesunden Raumklima! Die Fasern können Wasserdampf aufnehmen und auch wieder abgeben!
  • Pflanzliche Fasern: Sisal, Jute, Kokos oder Hanf. Teppiche aus pflanzlichen Fasern sind vielseitige und sehr robuste Bodenbeläge. Das Webwerk eignet sich hervorragend für Allergiker und zeichnet sich durch lange Haltbarkeit und eine gewisse Staubresistenz aus. Wer öfters mit Hausstauballergien zu kämpfen hat, sollte pflanzliche Naturfasern testen.
  • Kunstfasern: Die robuste Alternative! Kunstfaser ist „von Natur aus“ resistent gegen den größten Feind des Teppichs – gegen Feuchtigkeit. Aus diesem Grund werden Teppiche aus Kunstfaser häufig im Außenbereich eingesetzt. Achten Sie beim Kauf auf Siegel, die die schadstofffreie Herstellung zertifizieren!

Im nächsten Teil widmen wir uns Bodenbelägen aus Kunststoffen, Beton und Sichtestrich, Kork und Bambus! Viel Vergnügen!